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Werdegang von Z25

Einige Anmerkungen, teilweise persönlicher Natur, zur Enstehung und zum Werdegang der Initiative Zukunft 25.

Anfängliche Motivationen

Angefangen hat alles im Sommer 2003 mit Überlegungen zur langfristigen Zukunftsgestaltung. Inspiriert waren diese Überlegungen zum Teil durch die Beschreibungen von Organisationen mit sehr langfristigen Zielsetzungen, wie sie typischerweise in Science-Fiction Szenarien auftreten. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch die “Living Universe Foundation”, ein glorreicher Versuch eines 1000-jährigen Entwicklungsplans unseren Sonnensystems, welcher jedoch aufgrund mangelhafter wissenschaftlicher, ökonomischer und soziologischer Annahmen schon in den Anfängen scheiterte. Typische für die meisten Entwürfe derartiger Organisationen, insbesondere solche aus dem Science-Fiction Genre, ist ihre politische oder religiöse Natur, welche zudem häufig mit einem geheimbündlerischen Auftreten gepaart ist. Als Kontrapunkt habe ich mir dann die Frage gestellt, ob es nicht möglich sein sollte eine offene und zutiefst demokratischen Vereinigung mit langfristigen Zielsetzungen zu initiieren.

Die Idee Zukunft 25 hat sich natürlich mit den Jahren gewandelt. Z.B. war sie ursprünglich als ein Bund “denkender und fühlender Wesen” konzipiert, über die Gattung Menschen hinaus. Das erschien dann aber als etwas zu weit in die Zukunft vorgegriffen und wurde wieder fallengelassen. Seit Anfang dabei ist dagegen der zentrale Leitgedanke des langfristigen Wachstums. Denn eine anfänglich kleine Gruppe Engagierter kann paradoxerweise im Hier und Jetzt aufgrund begrenzter Mittel weniger bewirken als in der fernen Zukunft, vorausgesetzt der anfänglichen Gruppe gelingt es einen langfristigen Wachstumsprozess in Gang setzen.

Offen oder geschlossen

Eine Zeitlang war ich Mitglied der “Interplanetary Society” gewesen, welche sich für Dinge wie die Besiedlung des Weltraums einsetzt und welche nach eigenen Angabe zirka 100 000 sog. “Mitglieder” hat. Nach einer Weile hatte ich mich dann gewundert, dass ich als Mitglied der Interplanetary Society zwar regelmässig Post bekam, mit der Aufforderung für irgendeine gerade sehr wichtige Sache zu spenden, aber keine Ankündigung über Mitgliederversammlungen oder anderer Arten demokratischer Entscheidungsfindung. Durch Nachfragen habe ich dann herausgefunden, dass dieser “Verein” keine eigentlichen Mitglieder im US-vereinsrechtichen Sinne hat, sondern durch ein sich selbst-wählendes Direktorium geleitet wird. In diesem Direktorium sitzten sehr berühmte Persönlichkeiten, Schriftsteller, Hollywood Stars und ehemalige NASA-Direktoren. Es wird einem sogar angeboten, dass man für ein ensprechendes Entgelt, d.h. für eine Spende in der Höhe von einigen Tausenden US-Dollar, mit dem Direktorium gemeinsam zu Abend speisen darf. Die Interplanetary Society ist eine geschlossene aber auch eine sehr erfolgreiche Organisation. Mich hat die Erfahrung als Mitglied jedoch dazu bewogen, das Prinzip der optimalen Partizipationsmöglichkeiten für alle Mitglieder und ernsthaft Interessierten von Zukunft 25 fest im Konzept von Z25 zu verankern.

Neu oder alt

Jeder, der sich mit den Gedanken trägt, eine neue Organisation aufzubauen muss sich die Frage stellen, ob es denn nicht sinnvoller ist, einer bestehenden Organisation beizutreten und diese von Innen heraus zu verändern. Das klingt anfänglich verlockend ist aber in der Praxis völlig unrealistisch. Denn eine aktive und florierende zivilgesellschaftlich Organisation hat ja schliesslich ihren Zweck und sieht begründeterweise keine Notwendigkeit sich durch einen Neuankömmlig umgestalten zu lassen. Und in eine im Niedergang bestehende Vereinigung einzutreten um diese zu reformieren erscheint auch nicht gerade sinnvoll. DieseMöglichkeit kam daher nie ernsthaft in Frage, insbesondere da Zukunft 25 sowohl in den Zielsetzungen wie im strukturellen Aufbau der geplanten Stiftung zahlreiche Alleinstellungsmerkmale aufweist.

Kongruenz von Ziel und Struktur

Ein wichtiges Konzept, welches sich mit der Zeit entwickelt hat, betrift die Wechselwirkung zwischen Struktur und Zielsetzungen. Eine Organisation kann sich schlecht die langfristige Zukunft der Menschheit auf die Fahnen schreiben und gleichzeitig versuchen sich beständig mit tagespolitischen Erreignissen zu beschäftigen, wie sie eine politischen Lobbyarbeit notwendigerweise mit sich bringt. Eine Organisation, welche diesen Spagat länger versucht, geht das Risiko erhöhter Verschleisserscheinungen ein, einen Vorgang den Zukunft 25 tunlichst vermeinden möchte.

Die beiden Zielsetzungen von Zukunft 25, Denken und Handeln in langen Zeiträumen, und die langfristige Wachstumsstrategie, sind miteinander in Einklang. Mit der Zeit wurde auch klar, dass die Konzeption von Zukunft 25 als offene Struktur mit der Wachstumsstrategie harmoniert. Alle heute grossen Organisationen waren anfänglich offen und anpassungsfähigt, das gilt sowohl für Zivilorganisationen wie auch für die Anfänge der Weltreligionen. Nur, dass sich Zukunft 25 natürlich diese Offenheit bewahren möchte um nicht ab einer gewissen Grösse konservativ zu verkrusten.

Der Weg ist das Ziel

Alles Philosphieren ist umsonst, die schönsten Konzepte nützen nichts, wenn sich niemand sonst dafür interessiert. Also habe ich seit zirka Herbst 2003 versucht diese Ideen publik zu machen. Auch wenn ich es persönlich nicht eilig habe, so möchte man doch gerne wissen, wie die eigenen Vorstellunen von anderen aufgenommen werden. Und so habe ich Bekannten davon erzählt und Leute, welche sich potentiell für langfristige Zukunftsfragen interessieren könnten, im Internet gesucht. Dabei habe ich festgestellt, dass das Spass macht. Denn mit den meisten langfristig interessierten Personen kann man höchst interssante Gespräche führen. Auch wenn man auf diesem Weg den einen oder anderen Spinner trifft, es macht Spass, der Weg ist das Ziel!

Ich möchte hier an dieser Stelle nicht die Namen der Einzelnen und der Vielen nennen, welche die Entwicklung von Z25 begleitet haben und auch weiter noch dabei sind. Dagegen möchte ich jeden motivieren, zur gegebenen Zeit selber eine kleine Geschichte von Zukunft 25 zu schreiben, aus der persönlichen Perspektive.

Von der Plattform zum Verein

Erst relativ spät, in den 1-2 Jahren vor der Vereinsgründung im Juli 2007 in Frankfurt, wurde das Plattform-Konzept entwickelt. Im Grunde genommen ist der Entwurf von Zukunft 25 als Plattform für ernsthafte und unvoreingenommene Projekte mit sehr langen Zeithorizonten nur die logische Konsequenz der ursprünglichen Konzeption von Zukunft 25 als weltoffene Organisation mit langfristigen Perspektiven. Das Plattformkonzept hat Zukunft 25 wesentlich bereichert und nach vorne gebracht. Es ist nach Aussen hin gut darstellbar und hat zu einer potentiell sehr grossen thematischen Vielfalt geführt, denn in den Anfängen war Z25 mehr vom Weltraum und dem Wunder der lebendigen Natur auf der Erde und im Kosmos inspiriert. Diese thematische Erweiterung ist schlussendlich ein grosses Experiment, sie könnte zu stärkeren zentrifugalen Kräften führen. Auf der anderen Seite, was wäre Z25 ohne Experimente?

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