Skip to content

Lebewesen mit neuem gentischem Code

Es ist gelungen Ribosome so zu verändern, dass diese Proteine von einem genetischen Code transkriptieren, welcher auf Wörtern von 4 Nukleotide aufgebaut sind, der erste Schritt hin zur ► synthetischen Biologie. Alles Leben auf der Erde basiert (bisher!) auf einem genetischem Code, welcher auf  Wörtern von 3 Nukleotide aufgebaut.

Mit 3 Nukleotiden kann man 4×4x4=64 Proteine kodieren, die Natur benutzt aber sowieso nur 20. Mit 4 Nukleotiden kann man  4×4x4×4=256 Proteine kodieren. In einem ersten Schritt ist geplant neue Protein mit diesen Ribosonen `biologisch’ zu produzieren. Prinzipiell eröffnet diese Entwicklung die Möglichkeit das Leben auf der Erde mit einem neuen genetischen Code auszustatten.

Als erstes würde man den Code von Bakterien in den neuen Code umschreiben und nur die Teile verändern, welche den Transkriptionsmechanismus betreffen. Dann liesse man die Evolution in der Petri-Schale weiterlaufen, es würden sich dann neue Lebensformen herausbilden.

Diese wissenschaftlich Entwicklung zeigt wieder einmal: Die zentrale Frage beim wissenschaftlichen und technischen Fortschritt ist nicht das was, sondern das ob. Realisierbar und erreichbar ist fast alles, was wollen wir davon verwirklichen und anwenden?

  • english
  • german

{ 2 } Comments

  1. Adrian Menssen | 17. Februar 2010 at 22:00 | Permalink

    Das ist in der Tat eine sehr interessante Entdeckung. In der Lage zu sein eine eigene Kette der Evolution in Gang zu setzen
    ist sicherlich faszinierend und möglicherweise von großer Tragweite (soweit meine bescheidene Einschätzung).

    Herr Gros, Sie wiesen in ihrem Beitrag darauf hin, dass das entscheidende für technologischen Fortschritt die Bereitschaft zur Anwendung wissenschaftlicher Erkentnis ist!

    Dazu möchte ich im Folgenden versuchen zu ergründen wie wissenschaftliche Erkenntnis und Anwendung zusammenhängen und daraus, so hoffe ich, sollten sich implizit ergeben, woran eine “Bereitschaft zur Anwendung gebunden ist”:

    Die Frage nach der Anwendung stellt sich in der Regel erst im Nachhinein, so ist die Quelle rein wissenschaftlichen Strebens die bloße “Neu”-gierde des Menschen. Ist das “Neue” durch die Bestrebungen des Wissenschaftlers zutage getreten gelangt es in einen Verwertungsprozess, dieser ist gesteuert von den Bedürfnissen der Gesellschaft, und wird in diesem Rahmen auch einer moralischen “Kontrolle” unterworfen -hier ergibt sich die Frage nach dem “Wollen”-.
    Es lassen sich zwei Entscheidungskriterien ableiten die ein(-e) Bereit-sein(-schaft) der Gesellschaft für eine neue Technologie klären:

    1. Ist sie (ihre Anwendung) im Einklang mit den Moralvorstellungen der Gesellschaft?

    2. Ist für die adäquate Anwendung* einer neuen Technologie eine höhere Moral (oder Durchsetzung der Gesellschaft von dieser) erforderlich als die etablierte?

    Ein letzter Punkt noch, den ich in den Raum stellen möchte:
    Mein vorherigen Argumentation zufolge ist der Wissenschaftler in seiner Entdeckung nicht an moralische
    Erwägungen gebunden, da er unmöglich in der Lage ist
    das volle Spektrum der Verwertung seiner Entdeckung durch die Gesellschaft zu erahnen, das einzige was er einschätzen können sollte ist ihre Tragweite. Kann und sollte ein Wissenschaftler unter Berücksichtigung dieser eine moralische Entscheidung für oder gegen die Publikation seiner Entdeckung treffen?

    * “adäquate Anwendung” möchte ich hier vielleicht etwas unzureichend definieren als eine dem Wohl und Fortschritt der Gesellschaft dienliche.

  2. jcl | 8. März 2010 at 15:55 | Permalink

    Interessanterweise ist der existierende genetische Code mit 4×4x4 Kombinationen keineswegs optimal. Wäre dieser Code von einem Programmierer entworfen worden, so hätte dieser die verbleibenden 44 freien Kombinationen sicher für Redundanz- und Prüfbits verwendet. Dadurch würde der Code wesentlich unempfindlicher für Transkriptionsfehler - eine der Ursachen für das menschliche Altern (Mitochindrien funktionieren nicht mehr richtig, wenn Fehlerstellen in ihre DNA eingebaut werden).

    Auch der bisherige genetische Code mit seinen 20 Proteinen bietet also noch jede Menge Möglichkeit für Verbesserungen zu medizinischen Zwecken.

Post a Comment

You must be logged in to post a comment.