Auch wenn man durchaus dafür argumentieren kann, daß die Deutschen Probleme mit der Zukunft haben, sie gelten andererseits immer noch als Volk von Tüftlern. Sogar das spielerisch-kreative können sie mit Tüfteln erfolgreich verbinden: das Miniatur Wunderland in Hamburg ist - wie auf der MiWuLa-Website zu lesen ist - “die größte Modelleisenbahn der Welt und eine der erfolgreichsten Freizeit-Touristenattraktionen Deutschlands”.
Man darf also neuierig sein, wie viele Deutsche das Projekt MiniSpaceWorld spannend finden: MSW will Raumfahrt und Astronomie als riesige Modellwelt, von den Anfängen bis zur fernen Zukunft in verschiedenen “Welten” darstellen:
- Sternengucker - Die Anfänge des Weltraumzeitalters (Stargazers - The Dawn of the Space Age)
- Auf zu den Sternen! - Die Welt der Weltraumbahnhöfe (Ad Astra!)
- Der Weltraumlift - Der Aufzug zu den Sternen (Space Elevator)
- In der Umlaufbahn - (In Orbit)
- Die Entdeckung des Sonnensystems (Exploring the Solar System)
- Ferne Welten - Best of Science Fiction (Far Worlds - Best of Science Fiction)
- Die Maße des Weltalls (Size of the Universe)
Kreativität und Zukunftsvisionen sind dann gleichzeitig gefragt im laufenden MSW Design-Wettbewerb: wie könnte ein etwa 150-200 m2 große Modellanlage aus der SF-Welt aussehen? Teilnehmer müssen einen Grundriß, eine Themenbeschreibung und mindestens drei Highlights der entworfenen Anlage, auch graphisch dargestellt, einreichen.
Aber die richtige Tüftelei kommt erst bei der Realisierung einer solchen Anlage - vielleicht wäre der tatsächliche Bau von MiniSpaceWorld (man braucht dazu kein Hollywood-Budget) ein Projekt, was die Berührungsängste der Deutschen mit der Zukunft ein wenig mildern könnte.
{ 2 } Comments
Ein ähnliches Projekt “in groß” ist vor einigen Jahren in Bremen gescheitert. Aber vielleicht hat tatsächlich eine Miniaturwelt den Charme und die Attraktivität, die das Projekt zu einem Erfolg werden lässt. Eine entscheidende Rolle spielt sicher der Standort.
Man könnte eine solche Space-Welt auch als virtuelle Realität im Internet aufbauen. Allerdings lägen hier auch die Investitionskosten im mittleren sechsstelligen Bereich.
Ich hatte Gelegenheit den “Space Park” in Bremen zu besuchen, bevor er geschlossen wurde. Ein Großteil der Ausstellung war Star Trek gewidmet, und obgleich ich mich als Star Trek “Fan” bezeichnen würde, war meine Begeisterung für diese Ausstellung eher mäßig. Das mag wohl hauptsächlich daran gelegen haben, dass Star Trek zu sehr als “Puppentheater” inszeniert wurde, so empfand ich die herumwandelnden als Mitgleider der in Star Trek vorkommenden Spezies verkleideten Schauspieler eher als störend. Denn was in Science-Fiction meiner Meinung nach der Entscheidende Faktor ist, ist das visionäre, sowohl auf technologischer, als auch auf sozialer Ebene. So etwas “Massenwirksam” zu vermitteln ist mehr als schwierig!
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