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Werden die Naturwissenschaftler zu Ingenieuren?

Nun zuerst, was ist eigentlich der der Unterschied? Er liegt in ihrem Wesen:

  • Der Naturwissenschaftler staunt, erforscht und versucht zu verstehen.
  • Der Ingenieur konstruiert, baut und freut sich am Erfolg, er macht es zum Nutzen der Menschen.

Mir ist schon seit längerem aufgefallen, dass sich heutzutage viele Naturwissenschaftler eigentlich sehr ähnlich wie Ingenieure verhalten. In der Physik werden z.B. Atomwolken mit Laser in Fallen gefangen, abgekühlt und dann spielt man mit ihnen. In der Biologie schneidert man an den Gene rum, mischt kräftig um und baut sich so ein nützliches Lebewesen zusammen.

Natürlich gibt es sowohl in der Physik wie auch in der Biologie noch viele echte Naturwissenschaftler, welche staunen und forschen. Ich vermute jedoch, dass es mit der Zeit, mit den Jahrzehnten und Jahrhunderten, immer weniger werden könnten. Wie Christian in seinem Beitrag ► Ist der technische Fortschritt unaufhaltsam? andiskutiert hat, ist es ja gar nicht so selbstverständlich, wie wir es heutzutage meist annehmen, dass Wissenschaften und Technik unaufhörlich voranschreiten.

Was die Wissenschaft diesbezüglich betrifft, könnte sie einmal langsam aber stetig in den Anwendungen aufgehen. Die tieferen Ursachen für diese Entwicklung ist offen, vielleicht weil die Grundlagenforschung mit der Zeit einfach immer schwieriger oder aufwendiger wird, wie z.B. in der Teilchenphysik mit den riesigen Beschleunigern.

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{ 2 } Comments

  1. jcl | 28. Februar 2009 at 11:22 | Permalink

    Ich denke auch, dass sich in den letzten 50 Jahren der Unterschied zwischen reiner Forschung und Ingenieurswissenschaft ziemlich verwischt hat. Es hat viele Nobelpreise für die Entdeckung von Effekten und Verfahren gegeben, die nicht direkt neue Erkenntnisse brachten, mit deren Hilfe aber genauere Mess- und Beobachtungsmethoden entwickelt werden konnten.

    Man denke auch nur an Projekte wie den LHC, der ja in erster Linie eine immense Ingenieursleistung darstellt. Um der theoretischen Physik Daten zur Verifizierung von Theorien zu liefern, muss die praktische Physik zur Ingenieurwissenschaft werden.

  2. hamacher | 28. Februar 2009 at 22:30 | Permalink

    Ich stimme Claudius These nicht wirklich zu. Gerade in der Genetik, Mikrobiologie, Molekularbiologie etc. werden zwar - oberflächlich betrachtet - Dinge an- und abgeschaltet. Dies geschieht aber immer um das System und wie es evolviert ist zu verstehen.

    Das diese riesigen Datenberge - meist nur in Sprache vorliegend und daher nur schwer automatisiert zu durchforsten - noch einer vollständigen, zusammenhängenden, ästhetisch befriedigenden (i.S. der theoretischen Physik) Zusammenfassung harren ist augenblicklich ganz offensichtlich das große Problem. Aber die biologische Forschung ist reine Grundlagenforschung, die auf Erkenntnisgewinn abzielt.

    Nobelpreise gibt’s ja dafür nicht, sondern für Medizin und Physiologie.

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