Aufgrund der begrenzten ►Lebensdauer des Universums ist echte menschliche Unsterblichkeit in dieser Welt vermutlich nicht zu erreichen. Wohl aber lässt sich das menschliche Altern technologisch verhindern. Die Verfahren dafür sind in Form von Zell- und DNA-Reparaturmechanismen in der Natur vorhanden. Es kommt nur darauf an, sie richtig einzusetzen. Und es steht zu vermuten, das dies in der Zukunft geschehen wird.
Von 200 Teilnehmern einer ►Online-Umfrage auf www.unendliches.net wünschen 39% eine unbegrenzte Lebensdauer. 34% möchten bis zu 500 Millionen Jahre alt werden, und lediglich 15% sind mit der realen Lebensspanne von 80..100 Jahren zufrieden. Ein wirksames Mittel gegen das Altern wäre daher sicher der kommerzielle Erfolg des Jahrhunderts, wenn nicht gar des Jahrtausends.
Altern ist jedoch ein komplexer Vorgang, der viele unterschiedliche Einzelprozesse beinhaltet und nur schwer aufzuhalten oder rückgängig zu machen ist. Dies ist vermutlich einer der Gründe, warum ►Unsterblichkeit von der Evolution noch nicht erfunden wurde - mit einigen bemerkenswerten Ausnahmen, wie z.B. der Seegurke. Die meisten komplexen Organismen sind jedoch von vornherein auf begrenzte Lebensdauer ausgelegt. Um Menschen biologisch unsterblich zu machen, genügt keine Pille. Man muss sie radikal umkonstruieren. Folgende menschlichen Organe gilt es zu verbessern:
► Gehirn: Ein verbessertes System der Proteinfaltung und Enzyme zur Zerstörung fehlerhafter Proteinketten verhindern neurodegenerative Alterskrankheiten.
► Zähne: Permanentes Zahnwachstum, wie z.B. bei Pferden, macht Zahnärzte und Gebisshersteller arbeitslos.
► Augen: Ein drittes,transparentes Augenlid, das sich bei Dunkelheit öffnet, verhindert das Eindringen von UV-Strahlung ins Auge und damit die meisten altersbedingten Glaskörper- und Netzhautprobleme.
► Blutgefäße: Eine teflon-artige innere Beschichtung entlastet das Herz und verhindert Gefäßverkalkungen.
► Knochen: Wachstumsfaktoren sorgen für permanente Erneuerung der Knochensubstanz.
â–º Körperzellen: Ein Mechanismus zum Verlängern der Telomer-Ketten stoppt die eingebaute ‘innere Uhr’, die Zellen nach ca. 50 Teilungen absterben lässt. Einschleusen von Antioxidant-produzierenden Genen in die Mitochondrien reduziert RNA-Reproduktionsfehler und verringert Krebsrisiken.
Wie die Lebensverlängerung von Körperzellen im Detail funktionieren könnte, lässt sich auf der Website â–ºwww.sens.org nachlesen. Die Unsterblichkeit ist mit künftigen genetischen Verfahren technisch machbar. Und da es für sie offensichtlich Bedarf gibt, wird sie eines Tages - den wir allerdings wohl leider nicht mehr erleben werden - kommen. Was aber hätte Unsterblichkeit für Auswirkungen auf die Gesellschaft? Wie könnte eine Gemeinschaft von Unsterblichen aufgebaut sein, und welche neuen Gesetze und Regeln wären für das Zusammenleben erforderlich? Hierüber möchte ich in einem künftigen Blog-Beitrag “Unsterblichkeit II” spekulieren.
{ 3 } Comments
Zur Soziologie der Unsterblichkeit gäbe es in der Tat viel zu sagen und ist ja auch Gegenstand vieler Science-Fiction Romane. Doch da warte ich noch auf Christians nächsten Beitrag.
Nun zur (rein theoretischen) Möglichkeit einer physikalisch-biologischen Quasi-Unsterblichkeit.
Der Körper erneuert sich ständig selber, z.B. werden die Knochen ständig mittels einer Säure aufgelöst und wieder neu gebildet. Für ein `unsterbliches Gehirn’ wäre dieses vermutlich auch notwendig. Doch aufgepasst! Wenn die Nervenverbindungen über lange Zeiträume hinaus immer wieder neu verknüpft werden, dann wird sich mit der Zeit langsam (aber stetig!) der Charakter und die Persönlichkeit verändern, welche das Resultat dieser Nervenverknüpfungen ist.
Unsterblichkeit durch ständige Erneuerung führt halt nicht zu einer unsterblichen `Seele’!
Bin ich noch der gleiche Mensch, der ich als Kind war? Und werde ich in 30, 100, oder 1000 Jahren der gleiche Mensch sein, der ich heute bin? Das ist sicher eine interessante Frage. Fast alle Atome des Körpers wechseln im Lauf von 10 Jahren. Und beim Zurückdenken merke ich, dass ich mit meinem Selbst im Alter von 20 zwar noch manches charakterlich gemein habe, anderes aber nicht mehr.
Dies führt zur Frage, was die Seele eigentlich ist und was den Menschen ausmacht…
Die Frage, was die Seele eigentlich ist und was den Menschen ausmacht ist eine der zentralen Fragen dieser Jahrzehnte. Ich werde wohl mal etwas dazu hier in diesem Blog schreiben.
Tatsache ist, dass es keinen Seele oder Geist des Menschen gibt, welcher nicht ursächlich auf auf physikalische und biologische Prozesse zurückzuführen wäre. Doch ob das schon bedeutet, dass wir biologische Maschienen sind, dass bezweifle ich. Tatsache ist auch, dass es eine der ganz grossen Herausforderungen für uns Menschen heute ist, unser Selbstverständnis in diesem Licht neu zu überarbeiten.
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[…] Thema und kann von vielen Seiten beleuchtet werden, so wie es Christian in seinen Beiträgen â–ºUnsterblichkeit-I und â–ºUnsterblichkeit-II schon getan […]
[…] nicht beschädigt wird und somit zu einem längern Leben verhilft. Laut einer Umfrage bei Zukunft 25 wünschen sich von 200 Befragten 39 Prozent ein unendliches Leben, lediglich 15 Prozent sind mit […]
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