In einer Million Jahre ist die Erde vermutlich immer noch bewohnbar. Das Ende allen irdischen Lebens liegt dann immer noch 500 Millionen Jahre in der Zukunft.
In aller Wahrscheinlichkeit wird auch in einer Million Jahre eine intelligente Spezies die Erde bewohnen. Selbst wenn sie nicht mehr menschlich sein sollte, so wird die menschliche Geschichte - die Namen von Ramses, Julius Caesar, oder Einstein - vermutlich noch bekannt sein. Allerdings wohl nicht viel mehr.
Heute leben 6.5 Milliarden Menschen auf der Erde. Von Gedanken, Zielen und Lebensphilosopien jedes einzelnen von ihnen sind in einer Million Jahre keine Spuren mehr vorhanden. Jedoch wäre es vielleicht ein interessantes Projekt für eine zukunftsorientierte Stiftung, persönliche Manifeste aller auf der Erde lebenden Menschen zu sammeln und eine Million Jahre lang aufzubewahren.
Nehmen wir an, wir geben jedem Menschen einen Datenbereich von etwa 10 KB Größe zum Abspeichern eines Fotos und einer Botschaft an die Zukunft. Natürlich wird nur ein Bruchteil der 6.5 Milliarden Erdbewohner davon Gebrauch machen wollen oder können. Die zu erwartenden Datenmengen lassen sich relativ billig auf einem Internet-Server sammeln und speichern.
Wie aber kann man ihren Bestand über eine Million Jahre sichern? Hierfür bieten sich zwei Methoden an. Gründung einer Stiftung oder Sekte, die die Daten über die Jahrhunderte und Jahrtausende hinweg hütet. Oder aber die technische Lösung: Transferierung auf einen Datenspeicher, der eine Million Jahre übersteht, und Lagerung an einem Ort, der eine Million Jahre sicher ist.
Letzteres ließe sich mit der Suche nach einem Sponsor verbinden. Denn zum Stichwort “eine Million Jahre” fällt einem natürlich sofort ein potentieller Sponsor ein. Zur Zeit gibt es auf der Erde zwei Endlager für radioaktiven Abfall, die beide auf eine Million Jahre Lebensdauer ausgelegt sind. Die Suche nach weiteren Endlagern ist im Gange. Vielleicht könnte die Kernindustrie ein positiveres Image gewinnen, wenn sie sich bereiterklärte, zu ihren radioaktiven Fässern noch ein paar Fässer mit einem anderen, erfreulicherem Inhalt dazuzustellen…
{ 3 } Comments
Ich möchte auf ein ähnlichens Projekt hinweisen, wo allerdings der Zeitraum etwas kürzer ist, und die “Lagerung” im Weltall erfolgen soll. Es handelt sich um das KEO-Projekt, auch von der UNESCO unterstützt:
http://www.keo.org/
Die Idee, die Kernindustrie einzuspannen, finde ich gut!
Tibor
Ich bin bei der Suche nach solchen Projekten auch auf KEO gestossen und habe auch einen KEO-Link auf meine Website gesetzt. Jedoch bin ich mir nicht sicher, wie ernst das gemeint ist. Unter den Projekten auf der UNESCO-Website habe ich KEO nicht gefunden. Auch gibt es keine Hinweise auf Entwurf und Bau dieser Raumsonde.
Es geht hier nicht um einen einfachen Erdorbit, sondern um eine anspruchsvolle Mission, die ein massives Budget erfordert. Dieser Anspruch steht im Widerspruch zu der etwas amateurhaften Website und den dürftigen Informationen. Ich habe per Email nach Details gefragt, aber keine Antwort bekommen.
Ich weiss also nicht, ob KEO real ist. Wenn ja, wäre es sicher ein interessantes und förderungswürdiges Projekt.
Die Navigation auf den KEO-Seiten finde ich ungewöhnlich, mit etwas Probieren findet man aber interessante Informationen. U.a. wird eine Antwort auf die Frage, warum das Projekt nicht auf der Unesco-Seite zu finden ist, gegeben (Unesco-Regelungen, die sicherlich nachprüfbar sind). Auf der englischen Webseite unter dem Punkt “Keomag” (http://www.keo.org/uk/keomag/index.php)
gibt es einen Editorial, wo auch andere Hinweise auf den Projektablauf gegeben werden (m.E. auch nachprüfbare Aussagen). Für mich scheint das Projekt real zu sein; die Verzögerungen zeigen wohl die Schwierigkeiten eines solchen Unterfangens.
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